Waks

Yiddish voices

Neue Arrangements mit Stimmen von alten Wachswalzen

Stimmen von Wachswalzen-Phonographen, die aus einer Ferne von 80 Jahren zu uns herüberklingen, haben Inge Mandos tief berührt. Sie war „farkisheft“ (bezaubert) von der Authentizität und Kraft der Stimmen und von den bisher unbekannten Liedern. Aus einem Impuls heraus wollte sie „mitsingen“ und merkte erst später, was das bedeutete: Auseinandersetzen mit Knacken und Rauschen, mit Tonalitäten, Tempi, Akzenten, Textlücken.

Unterstützung bei diesem Vorhaben, das schon bald zum Projekt „WAKS“ (jiddisch „Wachs“) wurde, fand sie bei dem Pianisten Klemens Kaatz und dem Violinisten Hans-Christian Jaenicke. Zusammen schufen sie wunderschöne Arrangements, die die Beschaffenheit des Materials spielerisch aufgreifen und ergänzen.

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Uns haben die Stimmen von alten Wachswalzen tief berührt – Originalstimmen von Menschen aus Osteuropa, die ihre vertrauten jiddischen Lieder singen. Sie wurden zwischen 1928 und 1941 von Moishe Beregowski und Sofia Magid aufgezeichnet, lagerten Jahrzehnte lang in Archiven und wurden mühsam geborgen. Wir wollen mit ihnen zusammen singen und Musik machen und sie wieder zum Klingen bringen, allen Widrigkeiten des empfindlichen Materials zum Trotz. Die Zeit hat ihre Spuren eingegraben. Knistern, Rauschen und Verstummen gehören dazu.

Nadyeshda, Khaim, Yeshaya, Fanya, Manya, Keyle, Fayvel, Basya, Rachmiel, Lifshe und Beyle sind Mitglieder unseres Ensembles geworden. Sie fordern uns heraus und bestimmen die Gestaltung unserer Musik. Wir haben das jeweils Besondere der Stimmen und der alten Aufnahmen bearbeitet und arrangiert, um die Schönheit dieser Musik zur Geltung zu bringen. Im musikalischen Dialog mit den Stimmen bauen wir eine Brücke zwischen Gestern und Heute und lassen sie wieder aufleben. Nur wenige Stimmen konnten wir berücksichtigen. Mögen sie stellvertretend sein für die vielen, die verstummt sind.